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E-Mail Software selbst verwalten oder auf ein gehostetes Tool zurückgreifen?

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11 Mar 2011

Robert Brandl

searchBei Websites ist das Eigenhosting häufig anzutreffen – konkret bedeutet das, dass man sein Content Management System (z.B. WordPress oder Joomla) auf dem eigenen Webspace installiert. Das macht für viele größere Websites und Blogs Sinn, da dieser Ansatz relativ viel Flexibilität bietet.

Ein ähnlicher Ansatz ist auch für Newsletter Tools möglich. Man versendet entweder „Inhouse“, also über seinen eigenen Mailserver bzw. über den Server seines Hosting Providers. E-Mail Tools dafür findet man problemlos, zwei Beispiele sind das OpenSource Tool Openemm.org oder Superwebmailer.de.

Hier eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile des jeweiligen Ansatzes

Kriterium Eigenhosting (z.B. Openemm) Gehostete Lösung (z.B. CleverReach)
White-Listing* Muss man selbst einleiten (falls das überhaupt realistisch ist) Liegt in der Regel vor
Installationen und Software-Updates Eigenregie Durch den Anbieter im Hintergrund
Datensicherheit Bei der Inhouse-Lösung weiß man genau wo die vertraulichen Daten liegen Man muss dem Anbieter vertrauen
Support Kein Support Support vom Anbieter
Kosten Niedrigere Kosten pro E-Mail (allerdings muss die Arbeitszeit mit eingerechnet werden) Höhere pro Stück Kosten

bei großen ISPs (z.B. GMX), Mitgliedschaft bei Verbänden wie der Certified Senders Alliance.

Selbst wenn man sein Newsletter Tool technisch problemlos zum Laufen bekommt, bleibt das Problem der schlechteren Zustellbarkeit. Wenn hier nur 10% weniger E-Mails ankommen als bei Einsatz einer gehosteten Lösung, dann ist war es die Mühe kaum wert. Das kann man unter Umständen noch umgehen, indem man einen ordentlichen Mailserver mietet.

Aber auch der Vorteil des „nicht aus dem Haus gebens von Daten“ relativiert sich schnell. Ob die Daten im eigenen Rechenzentrum tatsächlich sicherer sind als auf dem Server einer Firma, die sich auf solche Dienstleistungen spezialisiert, ist die Frage. Mehr Kontrolle hat man mit einem eigenen Server natürlich in jedem Fall.

Generell kann man sagen, dass sich der Versand über einen eigenen Mailserver für kleine Firmen in den seltensten Fällen lohnt – weder finanziell noch aus dem Gesichtspunkt der Zustellbarkeit.

Mir ist in meiner Zeit als Dienstleister im E-Mail Marketing sogar schon ein Fall untergekommen, bei dem ein ganz großer Konzern mit seiner Inhouse-Lösung gegen die Wand gefahren ist und dabei enorme Summen verbrannt hat.

Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen: Finanzdienstleister beispielsweise, können es sich oft nicht erlauben sensible Kundendaten nach außen zu geben.

Fazit

Der hemdsärmelige Do-It-Yourself Ansatz ist bei vielen Web-bezogenen Dingen nachvollziehbar und macht oft auch Sinn. Die Welt des Massen-E-Mail-Versandes zahlt leider in den meisten Fällen nicht dazu, da man zu viele Baustellen aufmacht (z.B. Blacklist-Monitoring, Whitelisting, Software-Installationen, Serverwartung).

Als kleines oder mittelständisches Unternehmen kann man diese kaum alle bedienen. Wer sich diesen Aufwand von Anfang an sparen möchte, setzt besser direkt auf eine ordentliche gehostete E-Mail Versandlösung.

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