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Praxistest: Soll ich inaktive Newsletter-Kontakte von meiner Liste löschen?

Author

17 Okt. 2016

Robert Brandl

Inaktive Empfänger löschen

Viele Newsletter Tools berechnen monatliche Preise, die sich nach der Empfängeranzahl in der Datenbank richtet.

Da liegt es nahe sich zu fragen, ob es denn sinnvoll wäre, Kontakte zu löschen. Also jene Kontakte, die keine Aktivität zeigen, weder Öffnungen noch Klicks.

Häufig ist es nämlich so, dass man temporär Interesse an einer Sache hat (z.B. die Erstellung einer Website). Dann passieren aber vielleicht folgende Dinge:

  • Das Projekt bzw. Kauf kommt nie zustande
  • Der Verantwortungsbereich der Person ändert sich
  • Die Person verlässt das Unternehmen*
  • Das Projekt bzw. Kauf wird abgeschlossen

*Wenn eine Person das Unternehmen wechselt, wird normalerweise der E-Mail Account deaktiviert, womit ein Bounce entsteht. Wird das aber nicht gemacht, dann laufen die E-Mails ins Leere.

Beim letzten Punkt kann man vielleicht noch argumentieren, dass sich der Kauf vielleicht alle paar Jahre wiederholt, wie z.B. bei einem Autokauf. Bei den anderen drei Möglichkeiten, ist es allerdings eher unwahrscheinlich, dass die fortgesetzte Newsletter-Sendung viel bringt, wenn bereits über ein Jahr vergangen ist seit dem Erstkontakt.

Wir haben den Praxistest gemacht – sehen wir uns die Resultate an.

Die Ergebnisse unseres Praxistests mit 11.077 Empfängern

Wer bei unserer Schwesterseite WebsiteToolTester.com das kostenlose eBook erhält, bekommt neben einer automatischen E-Mail Serie (Autoresponder) zusätzlich ca. 4 mal im Jahr einen Newsletter.

Seitdem wir ein Pop-up zur Sammlung der E-Mail Adressen verwenden, sind die Klickraten tendentiell rückläufig. Per Pop-up sammelt man zwar viele Adressen ein, deren Qualität ist aber leider häufig nicht ganz so hoch wie über klassische Website-Formulare.

Deswegen stellten wir uns die Frage, ob es sinnvoll wäre Empänger vom Versand auszuschließen, die die letzten 1,5 Jahre inaktiv waren.

Dazu haben wir zwei Segmente erstellt: Die eine Gruppe hat in den letzten 1,5 Jahren mindestens einmal irgendeinen Newsletter geklickt oder geöffnet. Die andere Gruppe hat in diesem Zeitraum keine Regung gezeigt.

Die Resultate unseres Tests:

Emfänger Öffnungsrate Klickrate Bouncerate
aktive 8.449 21,6% 4,5% 2,15%
inaktive 2.628 6,4% 1,0% 6,43%

 

Wie Sie ganz klar sehen können, performt die Gruppe der inaktiven viel schlechter. So kamen auf 2628 Empfänger nur 24 Leute, die überhaupt einen Link angeklickt haben. Geöffnet haben den Newsletter 158 Empfänger. Zudem ist der Anteil der Bounces extrem hoch.

Verglichen mit den Aktiven ist das schon ein deutlicher Unterschied. Klar, man kann jetzt argumentieren, dass 24 Klicks immer noch besser sind als 0 Klicks. Und sicher, wenn auch nur einer der 24 Empfänger etwas kauft, dann kann es sich schon gelohnt haben, die inaktiven Kontakte auf der Liste zu lassen.

Allerdings hat ein Versand an uninteressierte Empfänger folgende Nachteile:

Die Zustellrate kann sinken
Wenn die ISPs (z.B. GMX und Gmail) sehen, dass wenig Interaktion stattfindet, kann dies im schlimmsten Fall dazu führen, dass Ihre Newsletter als Spam gefiltert werden.

Negative Markenwahrnehmung
Der Großteil der inaktiven Empfänger wollte den Newsletter schlicht und ergreifend gar nicht haben. Vielleicht haben diese Leute schon längst vergessen, warum sie diesen Newsletter überhaupt bekommen und nehmen Ihre Marke nun negativ war (z.B. als Spammer).

Die Kosten
Je nach Newsletter-Service den man nutzt, würden in unserem Falle bis zu 20€ monatlich an Mehrkosten für die 2.600 inaktiven Empfänger anfallen. Genauer können Sie das mit unserem Kostenrechner ausrechnen.

Wie säubert man seine Liste?

Für unseren Newsletter bei WebsiteToolTester verwenden wir (noch) MailChimp. Dort kann man bequem ein Segment wie dieses anlegen:

mailchimp segmente

Bei CleverReach nutzt man am besten die Sternebewertung der Empfänger. Wie sich diese errechnet, wird hier beschrieben. Für dieses Segment wählen wir alle Empfänger mit 0 Sternen aus, die seit 1,5 Jahren angemeldet sind. Diese haben noch nie einen Newsletter geöffnet oder geklickt.

cleverreach inaktive

Alternativ können Sie auch alle Nicht-Öffner filtern. Diese Filtermöglichkeit beschränkt sich aber auf die letzten 6 Monate.

Bei Newsletter2Go lässt sich noch ein wenig genauer filtern:

newsletter2go inaktive empfänger

Im Umkehrschluss gilt natürlich, dass Sie die aktiven Empfänger erhalten, wenn Sie diese Filter umdrehen.

Direkt löschen oder erst mal testen?

Ich würde davon abraten, loszueilen und die Kontakte direkt zu löschen. Erstellen Sie vor dem nächsten Versand einfach zwei Segmente und teilen Sie die Aussendung auf, so wie wir das gemacht haben.

Falls das Ergebnis bei Ihnen ähnlich oder sogar schlechter ausfällt als bei uns, dann wäre eine Löschaktion durchaus denkbar. Ob Sie die inaktiven Kontakte tatsächlich löschen oder stilllegen sollten, hängt auch davon ab, ob Sie einen Abo-Vertrag oder einen Prepaid Tarif nutzen.

Bei Prepaid ist es egal wieviele Empfänger Sie in der Datenbank haben – deswegen müssen Sie nicht unbedingt die Löschaktion durchführen. Sie könnten künftig einfach nur an das Segment versenden, in dem sich die aktiven Empfänger befinden.

 

Ich hoffe dieser Beitrag war nützlich für Sie! Gerne können Sie in den Kommentaren Fragen stellen und Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen.