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Google Workspace Testbericht (ehemals G Suite): Ist es das richtige Tool für meine Anforderungen?

Author

23 Juli 2021

Annika Müller

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Als Google 2004 mit Gmail an den Start ging, hielten es viele für einen Aprilscherz.

Der angebotene Speicherplatz von 1 GB schien einfach zu groß, um wahr zu sein (Konkurrenten wie Hotmail und Yahoo boten damals nur 2 MB). Und das Startdatum 1. April verstärkte diese Annahme bloß noch.

17 Jahre später verwendet etwa jeder 4. Nutzer Gmail für seine E-Mails.

Außerdem ist Gmail ein fester Bestandteil von Google Workspace (ehemals G Suite), einem der meistverwendeten Cloud-Produktivitäts- und Kollaborationstools der Welt.

Google Workspace ist zweifellos eine umfassende Lösung für Zusammenarbeit und Kommunikation – ob für Unternehmen, Soloselbstständige, Schulen oder Non-Profit-Organisationen. Denn das Paket bietet mehr als nur ein E-Mail-Postfach: Es enthält auch Textverarbeitung, Dateispeicher, Kalender, Chat- und Messaging-Tools uvm.

Doch so beeindruckend die Funktionen von Google Workspace auch sind, das Produktpaket hat seine Grenzen – es lohnt sich, diese abzuwägen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

In diesem Testbericht zu Google Workspace erfahren Sie, auf welche wichtigen Dinge Sie achten sollten, bevor Sie entscheiden, ob Google Workspace das richtige Tool für Sie ist.

Schauen wir uns kurz an, warum Sie Google Workspace verwenden sollten und was die Vor- und Nachteile sind.

Warum sollte ich Google Workspace verwenden?

Google Workspace eignet sich für:

  • kleine und mittelständische Unternehmen, die sich für ihre Teams eine einfache Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung von Dateien wünschen und deren Administratoren über dasselbe Anwendungspaket Zugriffs- und Sicherheitseinstellungen steuern sollen
  • Soloselbstständige und Freelancer, die eine erschwingliche Lösung für E-Mail- und Produktivitätstools suchen und auf einfache Weise Dateien für Kunden und Partner freigeben möchten
  • Schulen und Bildungseinrichtungen, die Lehrkräften und Lernenden die Zusammenarbeit ermöglichen möchten (Hinweis – es gibt eine kostenlose Version von Google Workspace for Education)
  • Non-Profit-Organisationen, die die Vorteile der kostenlosen Version von Google Workspace für Non-Profit-Unternehmen nutzen möchten
  • alle, die in der Cloud arbeiten möchten anstatt Desktop-Lösungen und lokalen Speicherplatz zu verwenden

Google Workspace-Testbericht: Vor- und Nachteile

VORTEILENACHTEILE

  • Komfort: Der Nutzen ist groß, wenn alle Ihre Tools für die Büroproduktivität an einem Ort gebündelt sind. Der Wechsel zwischen E-Mail, Dokumenten, Kalendern und Chat-Funktion verläuft mit Google Workspace reibungslos und erspart Ihnen unermesslich viel Zeit und Mühe.
  • Einfache Bedienung: Die Produkte von Google Workspace sind einfach und leicht zu bedienen. Google Docs und Tabellen bieten mit einem abgespeckten Funktionsumfang dieselbe Nutzungserfahrung wie die vertrauten Tools Microsoft Word und Excel. Auch die anderen Werkzeuge, einschließlich der Admin-Konsole, sind einfach zu verwenden und intuitiv zu bedienen.
  • Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzung: Eine der größten Stärken von Google Workspace ist die problemlose Zusammenarbeit zwischen Teammitgliedern. Mehrere Teammitglieder können gleichzeitig am selben Dokument arbeiten und Dateien können schnell für andere Anwender freigegeben werden.
  • Alles in der Cloud: Google hat das Cloud-Konzept revolutioniert (und hat Konkurrenten wie Microsoft schließlich auch zur Cloud gezwungen). Alle Anwendungen von Google Workspace werden im Browser ausgeführt. Das bedeutet: Software muss nicht heruntergeladen werden und Dateiänderungen werden in Echtzeit durchgeführt und automatisch gespeichert.
  • Anwendungsvielfalt: Wie wir gleich sehen werden, bietet Google Workspace eine beeindruckende Anzahl an Tools für Produktivität und Zusammenarbeit und erfüllt damit die meisten Anforderungen.
  • Reichlich Cloud-Speicher: Der Speicherplatz beginnt bei 30 GB im günstigsten Business-Tarif und ist im Enterprise-Tarif unbegrenzt. Außerdem werden Dateien, die in Google Docs, Tabellen, Präsentationen usw. erstellt werden, nicht auf Ihr Speicherlimit angerechnet.
  • Kostenlose Version verfügbar: Viele der Tools (Gmail, Docs, Drive usw.) sind kostenlos verfügbar (für private Konten) mit Speicherlimit und einer E-Mail-Adresse mit der Domain @gmail.com. Wenn Sie sich bei Google Workspace registrieren, erhalten Sie eine kostenlose 14-tägige Testversion, um eine geschäftliche E-Mail-Adresse einzurichten und Zusatzfunktionen wie die Admin-Konsole auszuprobieren.
  • Integration: Google Workspace bietet enorme und stetig wachsende Integrationsmöglichkeiten für diverse Tools (CRM, Web-Entwicklung, Kreativwerkzeuge, Buchhaltung und Finanzen, Bildungsanwendungen usw.). Damit lässt sich Google Workspace einfach in bestehende Prozesse einfügen.

  • Nicht so ausgeklügelt wie Microsoft Office: Beim Vergleich von Docs, Tabellen und Präsentationen mit den Desktop-Versionen von Word, Excel und PowerPoint werden Sie feststellen, dass die Google-Anwendungen nicht ganz so ausgeklügelt sind. Ihnen fehlt die Formatierungsflexibilität und der Funktionsreichtum der Microsoft-Tools, was für einige einschränkend sein könnte.
  • Internetzugang erforderlich: Google Workspace ist komplett cloudbasiert. Das heißt, Sie benötigen eine Internetverbindung, um viele der Funktionen nutzen zu können. Allerdings sind einige Offline-Funktionen vorhanden (Sie können z.B. Dokumente offline bearbeiten und synchronisieren, sobald Sie wieder online sind).
  • Kompatibel mit Microsoft: Obwohl Google Docs, Tabellen und Präsentationen Microsoft-Formate im Grunde unterstützen, können beim Anzeigen und Konvertieren einiger Elemente Probleme auftreten – nicht ideal, wenn Sie weiterhin viel mit Microsoft-Office-Tools arbeiten.
  • Sicherheit: Beim Hosting von Daten in der Cloud ist das Sicherheitsrisiko immer höher als wenn Daten lokal gehostet werden, auch wenn Sie mit Google Workspace Verfahren wie die 2-Schritt-Verifizierung implementieren können, um das Risiko zu minimieren.
  • Probleme bei Vorhandensein mehrerer Konten: Wenn Sie mehrere Konten bei Google haben (z.B. ein geschäftliches und ein privates Konto), kann der Kontowechsel und die damit verbundene Anmeldung ein wenig umständlich sein. Es wäre schön, wenn sich Google Workspace die zuletzt genutzten Anmeldedaten beim Wechsel zwischen den Anwendungen merken würde.
  • Preise für höhere Tarife: Während der Business Starter-Tarif mit ca. 5 € pro Nutzer und Monat relativ günstig ist, müssen Unternehmen, die sich für den mittleren Business Standard-Tarif entscheiden, 10,40 € pro Benutzer und Monat berappen – nicht gerade günstig, wenn Sie viele Mitarbeiter haben.

Schauen wir uns nun an, welche Schritte beim Einrichten eines Google Workspace-Kontos notwendig sind.

Starten mit Google Workspace

Konto anlegen

Es ist überraschend einfach, ein Konto in Google Workspace zu erstellen und umfasst nur wenige Schritte. Zunächst werden einige Angaben über Ihr Unternehmen – Firmenname, Anzahl der Mitarbeiter, Land – und einige Kontaktangaben abgefragt.

Anschließend werden Sie aufgefordert, Ihr Konto mit einer Domain zu verbinden. Sie können eine Domain verwenden, die Sie bereits besitzen, oder über Google Workspace eine neue erwerben.

g suite domain

Tipp: Wenn Sie eine neue Domain kaufen müssen, empfehlen wir, dies über einen Domain-Provider wie DomainFactory anstatt über Google zu tun. Sie erhalten einen besseren Support und sparen höchstwahrscheinlich auch ein wenig Geld.

Dann werden Sie aufgefordert, die gewünschte E-Mail-Adresse einzugeben (mit der im vorigen Schritt angegebenen Domain) – z.B. annika@ihrefirma.com – und ein Kennwort festzulegen.

Schließlich müssen Sie nur noch den gewünschten Tarif auswählen – einen flexiblen Tarif mit Monatsvertrag oder einen Jahrestarif, der Sie an einen Jahresvertrag bindet. (Hinweis: Google Workspace ist in den ersten 14 Tagen kostenlos. Sie können den Tarif ohne Zahlungsverpflichtung stornieren, wenn Google Workspace nichts für Sie ist).

Wenn Sie sich jedoch für einen Basistarif registrieren möchten, ist aktuell nur der Business Standard-Tarif möglich – was etwas ärgerlich ist. Sie können später aber ein Downgrade auf den Basistarif vornehmen.

Außerdem werden Sie feststellen, dass es beim Jahrestarif keinen Rabatt gibt, sodass Sie sich vermutlich fragen werden, warum Sie überhaupt einen Jahrestarif wählen sollten (zumal Sie bei vorzeitiger Kündigung eine Gebühr zahlen müssen). Rabatte sind verfügbar, aber in der Regel nur, wenn Sie sich nicht online, sondern über einen Google-Mitarbeiter oder einen Google-Vertriebspartner registrieren.

Google Workspace einrichten

In den nächsten Schritten müssen Sie Ihrem Google Workspace-Konto Personen hinzufügen (wenn Sie Teammitglieder einladen möchten) und Ihren Domain-Namen verifizieren, um Ihre neue E-Mail-Adresse mit dem Konto zu verbinden. Den neuen Teammitgliedern werden die Anmeldedaten per E-Mail zugesendet. Diese E-Mail-Benachrichtigungen können Sie personalisieren.

g suite notify team

Zum Verifizieren Ihrer Domain haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Eintrag für den Domain-Host über TXT oder CNAME hinzufügen
  • MX-Eintrag für den Domain-Host hinzufügen
  • HTML-Datei auf Ihre Website hochladen
  • Meta-Tags zu Ihrer Website hinzufügen

Sobald das abgeschlossen ist, können Sie auf Ihre Admin-Konsole zugreifen. Über die Konsole können Sie alles verwalten, was mit dem Google Workspace-Konto zu tun hat, einschließlich E-Mail, Benutzer, Apps, Geräte, Berichte und Integrationsoptionen. Der Einrichtungsassistent von Google Workspace kann Ihnen bei der Einrichtung helfen.

2 g suite admin console

Google Workspace-Anwendungen

Eine wahre Stärke von Google Workspace sind, wie bereits erwähnt, die vielfältigen Tools für Produktivität und Kollaboration. Hier ist ein kurzer Überblick über die wichtigsten Anwendungen:

Gmail

g suite gmail

Im Zentrum von Google Workspace steht Gmail. Den meisten von uns ist diese Anwendung wahrscheinlich vertraut – egal, ob wir sie für den geschäftlichen oder privaten E-Mail-Verkehr nutzen.

Obwohl die Oberfläche der Gmail-Version von Google Workspace der Version für persönliche E-Mails sehr stark ähnelt, enthält sie einige erweiterte Funktionen. Zusätzlich zur Verwendung einer domainspezifischen E-Mail-Adresse können Sie Folgendes tun:

  • E-Mails offline lesen und Entwürfe erstellen
  • Gruppen von E-Mail-Adressen erstellen
  • Lesebestätigungen aktivieren
  • Nutzern erlauben, Gmail in anderen Mail-Clients (z.B. Outlook) zu verwenden
  • Benutzern erlauben, den Postfachzugriff an andere zu delegieren
  • S/MIME-Verschlüsselung aktivieren
  • und mehr

Was uns gefällt: Gmail fühlt sich vertraut an und ist grundsätzlich einfach zu bedienen. Innerhalb der Gmail-Anwendung können Sie auch auf Google Meet für Videoanrufe zugreifen und mit Kollegen chatten – ein gutes Beispiel dafür, wie engmaschig die Anwendungen von Google Workspace integriert sind. Sie können auch zahlreiche praktische Erweiterungen nutzen, z.B. Streak für E-Mail-Tracking, Pipeline-Management und Mail Merge sowie Checker Plus zum Verwalten mehrerer Gmail-Konten.

Was verbessert werden sollte: Ein Nachteil der webbasierten Anwendung ist, dass sie für Nutzer, die an Software wie Outlook gewöhnt sind, sehr fremd erscheint. Manchmal wirkt die Anwendung ein wenig eingeschränkt (z.B. nutzt Gmail Labels statt Ordner, was möglicherweise nicht für alle praktisch ist). Das ist meiner Ansicht nach jedoch kein Beinbruch. Außerdem können Sie alles tun, was Sie mit einem E-Mail-Programm tun müssen – vor allem, wenn die richtigen Erweiterungen aktiviert sind.

Kalender

g suite calendar

Google Kalender ist eine weitere beliebte Anwendung, die kaum vorgestellt werden muss. Wie bei Gmail ähnelt die Kalenderversion von Google Workspace der kostenlosen Version, die Ihnen vielleicht bereits vertraut ist. Kalender lassen sich leicht für Teammitglieder freigegeben und in andere Anwendungen von Google Workspace wie Gmail und Hangouts integrieren.

Was uns gefällt: Google Kalender ist so konzipiert, dass Nutzer Ereignisse, Meetings, Aufgaben und Erinnerungen leicht für andere freigeben können. Außerdem lässt sich die Verfügbarkeit von Ressourcen wie Besprechungsräume und Equipment einsehen. Es gibt sogar die nützliche Funktion „Zeitpunkt finden“, mit der Sie die Kalender mehrerer Benutzer anzeigen können, um ein freien Terminslot zu finden. Sie können externe Kalender wie Outlook und iCal importieren und sogar mit Exchange-Kalender synchronisieren, falls Sie diese weiter nutzen müssen.

Was verbessert werden sollte: Eigentlich gibt es nur sehr wenig an Google Kalender auszusetzen, da die Anwendung größtenteils ziemlich gut funktioniert. Das Arbeiten aus mehreren Kalendern kann ein wenig umständlich sein. Außerdem zeigt der Kalender mit den nationalen Feiertagen, der standardmäßig hinzugefügt wird, manchmal irrelevante Feiertage an (z.B. Feiertage in anderen Ländern oder Regionen).

Drive

g suite drive

Google Drive ist ein leistungsstarkes Speichertool (und eine Alternative zu Dropbox). Sie können Dateien in der Cloud speichern und über einen Webbrowser, auf Ihrem Desktop (z.B. über Google File Stream) oder auf Mobilgeräten leicht darauf zugreifen. Plus, es ist beliebt – Google Drive hat 2018 die Marke von 1 Milliarde Nutzer geknackt. Stellen Sie sich vor, wie viele es dann jetzt erst sein müssen! Es ist eines der meistverwendeten Google-Produkte.

Was uns gefällt: Mit Google Drive können Nutzer leicht auf Dateien zugreifen und für andere freigeben. Und bei Verwendung von Google File Stream erfolgt der Zugriff nahtlos – es fühlt sich tatsächlich so an, als ob Sie die Dateien direkt auf Ihrem Computer öffnen. Administratoren können die Freigabeeinstellungen steuern (z.B. festlegen, ob Dateien für unternehmensfremde Personen freigegeben werden können). Dateien, die mit Google Docs, Tabellen und Präsentationen erstellt wurden, werden nicht auf das Speicherlimit angerechnet. Außerdem erhalten Sie mit dem Enterprise-Tarif von Google Workspace unbegrenzten Speicherplatz (mehr dazu weiter unten).

Was verbessert werden sollte: Obwohl sich Dokumente und andere Elemente innerhalb Ihres Unternehmens (oder für andere Google-Konten) leicht freigeben lassen, kann die Freigabe für Adressaten ohne Google-Adresse lästig sein, da sich die Empfänger erst für ein Google-Konto registrieren müssen. Auch kann der Zugriff auf Google Drive über das Internet umständlich sein, wenn Sie mehrere Google-Konten (z.B. ein geschäftliches und ein privates Konto) haben. Denn Sie werden jedes Mal am Standardkonto angemeldet und nicht an dem Konto, über das Sie zuletzt auf Google Drive zugegriffen haben.

Google Docs, Tabellen und Präsentationen

google docs

Innerhalb von Google Drive haben Sie auch Zugriff auf Docs, Tabellen und Präsentationen – also Googles Antwort auf Microsoft Word, Excel und PowerPoint. Docs, Tabellen und Präsentationen sind eine vereinfachte und dennoch funktionale Version der Microsoft-Produkte. Die Anwendungen sind kompatibel mit den Dateiformaten von Microsoft Office und die meisten Benutzer sind damit vertraut genug, um sofort loslegen zu können.

Was uns gefällt: Diese Produktivitätswerkzeuge arbeiten schnell. Änderungen werden in Echtzeit vorgenommen – das Speichern entfällt. Mehrere Benutzer können gleichzeitig am selben Dokument arbeiten, ohne sich über widersprüchliche Änderungen Gedanken zu machen. Die Kommentarfunktion (vor allem in Google Docs) ist extrem gut. Außerdem ist die Versionssteuerung großartig. Sie können ganz leicht zu alten (automatisch gespeicherten) Versionen zurückkehren.

Was verbessert werden sollte: Da es sich bei Google Docs, Tabellen und Präsentationen um webbasierte Anwendungen handelt, sind sie nicht so leistungsfähig wie die Desktop-Versionen von Word, Excel und PowerPoint. Sie bieten nicht das gesamte Funktionsspektrum, das in den Microsoft-Anwendungen zu finden ist (z.B. Formatierungsflexibilität oder erweiterte Tabellenformeln). Daher sind sie möglicherweise nicht ideal, wenn Sie Dokumente mit diesen Eigenschaften erstellen möchten.

Hangouts, Google Meet und Chat

g suite meet

Während Ihnen Hangouts, die Videotelefonie-Anwendung von Google, vertraut sein mag, sind Sie mit Google Meet und Chat vielleicht weniger vertraut, da diese Anwendungen erst vor ein paar Jahren eingeführt wurden. Meet ist das Videokonferenztool von Google Workspace, mit dem Sie Videoanrufe planen können. Chat ist das geschäftliche Chat-Tool von Google Workspace (ähnlich wie Slack).

Wir sind begeistert von der Integration dieser beiden Anwendungen in Gmail. Die Tools lassen sich direkt aus Ihrer E-Mail-Anwendung heraus verwenden, ohne vorher eine separate Applikation zu öffnen. Wie zu erwarten, lassen sich mit beiden Tools in Drive gespeicherte Dateien und Dokumente problemlos freigeben. Darüber hinaus sind beide Werkzeuge ziemlich leistungsstark. Chat unterstützt bis zu 28 Sprachen und Meet verfügt über Integrationsmöglichkeiten von Google Kalender, Präsentationsfunktionen und selbst Live-Stream-Optionen (verfügbar im Enterprise-Tarif).

Ab dem Business Standard-Tarif lassen sich Besprechungen aufzeichnen und speichern.

Zusätzliche Anwendungen

Weitere in Google Workspace enthaltene Anwendungen sind:

  • Sites – Erstellen von (sehr) einfachen Websites für die interne oder öffentliche Verwendung (z.B. Intranets, Projekt-Hubs und Wikis)
  • Notizen – Googles Anwendung zum Erstellen von Notizen und verwalten von Listen
  • App Maker – Ein intuitives Tool, mit dem sich benutzerdefinierte Anwendungen mit visuellen Werkzeugen und grafischen Verfahren entwickeln lassen (verfügbar in den Tarifen Business Standard, Business Plus und Enterprise)
  • Cloud Search – Ein mächtiges Suchwerkzeug, mit dem Sie gleichzeitig in allen Anwendungen von Google Workspace (Gmail, Drive, Sites, Gruppen, Kalender usw.) suchen können

Weitere Features

Google Workspace bietet selbstverständlich mehr als nur die enthaltenen Anwendungen, von denen viele für Einzelanwender kostenlos sind. Der Vorteil von Google Workspace ist, dass Sie beim Verwalten von Teams auch die Benutzereinstellungen, den Zugriff, die Sicherheit, die Daten und vieles mehr kontrollieren können. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die zusätzlichen Administrations- und Sicherheitsfunktionen in Google Workspace:

Admin-Konsole

Das Dashboard der Admin-Konsole bietet eine leistungsstarke und dennoch einfache Möglichkeit, Ihr Unternehmen in Google Workspace einzurichten und zu verwalten. Erinnern Sie sich an die Zeiten, als Sie Ihren Systemadministrator bitten mussten, ein E-Mail-Konto für einen neuen Mitarbeiter zu erstellen? Das ist jetzt passé. In der Admin-Konsole können Sie zum Beispiel Folgendes tun:

  • Benutzer hinzufügen und verwalten
  • Sicherheitseinstellungen konfigurieren und aktivieren (z.B. 2-Schritt-Verifizierung)
  • Anwendungen für Einzelnutzer aktivieren und deaktivieren
  • Berichte und Protokolle über Nutzungsverhalten, Freigaben und Zusammenarbeit öffnen
  • Benutzer, Gruppen, Einstellungen und Hilfetexte mithilfe der universellen Suchleiste durchsuchen
  • Geräte verwalten
  • Einbindung in und von Drittanwendungen vornehmen
  • Speicherstandort von Daten steuern (z.B. USA und Europa)

Google Vault

Mit dieser Archivierungsanwendung können Sie die Aufbewahrungsdauer der Google Workspace-Daten, einschließlich E-Mails, Chat-Verläufen und Dateien in Google Drive, verwalten. Sie können Daten durchsuchen und exportieren sowie gesetzliche Aufbewahrungsfristen festlegen, um die für Ihr Unternehmen geltenden gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Diese Anwendung ist nur in den Tarifen Business Plus und Enterprise verfügbar.

Support für Google Workspace

Google Workspace bietet mehrere Support-Optionen. Zunächst gibt es das Hilfe-Center, das allen Benutzern zur Verfügung steht und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Einrichtung unterschiedlicher Aspekte Ihres Google Workspace-Kontos anbietet. Somit enthält Hilfe-Center zahlreiche nützliche Informationen zur Konfiguration von Google Workspace (z.B. verschiedene Kurzanleitungen in Abhängigkeit von der Größe Ihres Unternehmens). Die Informationen sind umfassend und die Anleitungen leicht zu befolgen.

g suite setup guide

Administratoren erhalten außerdem Zugang zu einem 24/7-Telefonsupport in englischer Sprache sowie zu deutschem Support während der Geschäftszeiten. Hilfe ist auch über E-Mail und Chat-Funktion in 14 Sprachen erhältlich. Wir fanden den Chat-Support recht schnell und hilfreich. Die Support-Mitarbeiter waren sehr bemüht, unsere Probleme zu lösen (statt uns auf die vorhandenen Artikel im Hilfe-Center zu verweisen).

Weiter Hilfe erhalten Sie über das Benutzerforum und die Google Cloud Connect Community.

google cloud connect community

Preise

Für Geschäftsanwender bietet Google Workspace drei unterschiedliche Tarife an:

  • Google Workspace Business Starter kostet 4,68 € pro Nutzer und Monat. Er enthält E-Mail-Adressen, alle wichtigen Anwendungen und 30 GB Speicherplatz
  • Google Workspace Business Standard kostet 9,36 € pro Nutzer und Monat und bietet 2 TB Speicherplatz plus einige zusätzliche Archivierungs- und Suchfunktionen.
  • Google Workspace Business Plus kostet 15,60 € pro Nutzer und Monat und bietet 5 TB Speicherplatz plus zusätzliche Videokonferenzteilnehmer und Sicherheitseinstellungen.
  • Google Workspace Enterprise rundet den Umfang des Business Plus-Tarifs mit zusätzlichen Administrations- und Sicherheitseinstellungen sowie unbegrenztem Speicherplatz ab.

Die meisten kleinen bis mittelständischen Unternehmen würden sich wahrscheinlich für den Business Standard-Tarif entscheiden, bei dem Sie sich keine Sorgen um den Speicherplatz machen müssen. Haben Sie mehrere Nutzer, könnte auch der Enterprise-Tarif interessant für Sie sein, da sie hier über eine zusätzliche Administrationssteuerung verfügen.

Alles in allem sind die Google Workspace-Tarife erschwinglich – insbesondere, wenn man sie mit den Tarifen von Microsoft Office 365 vergleicht.

Die Kosten nehmen natürlich zu, wenn Sie größere Teams haben. Doch wenn der Zugriff auf diese Anwendungen wichtig ist, werden sie kaum eine kostengünstigere Alternative finden.

Für Schulen und Non-Profit-Unternehmen sind, wie erwähnt, auch Sondertarife verfügbar.

Auch möchten wir noch einmal daran erinnern, dass bei Abschluss eines Jahrestarifs Rabatte möglich sind, aber nur, wenn der Abschluss über einen Google-Mitarbeiter (und nicht online) erfolgt.

Google Workspace-Testbericht: Fazit

Google Workspace ist ein großes Produktpaket, das viele Apps, Funktionen und Tarife bietet. Da ist es nicht immer einfach, den Überblick darüber zu behalten, was in den Tarifen enthalten ist und worin der Vorteil eines Bezahltarifs für private Konten gegenüber den kostenlosen Versionen (Zugang zu wichtigen Tools wie Gmail, Drive und Docs) besteht.

Dennoch finden wir, dass Google Workspace eine großartige Lösung für professionelle und geschäftliche Anwender ist, die:

  • eine E-Mail-Adresse unter der eigenen Domain wünschen
  • sich keine Sorgen um das Speicherlimit machen möchten
  • das Arbeiten in der Cloud bevorzugen
  • Produktivitätsanwendungen benötigen
  • den Teammitgliedern eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen möchten
  • Dinge wie Benutzerzugriff, Freigabeeinstellungen und Sicherheitskonfiguration steuern möchten

Auch die Preisgestaltung macht aus Google Workspace eine der erschwinglicheren Lösungspakete für die Produktivität. Zwar gibt es preislich gesehen ähnliche Tarife für Microsoft Office, aber keiner dieser Tarife bietet unbegrenzten Speicherplatz ohne Aufpreis. Das verschafft Google Workspace einen großen Vorteil.

Kurzum: Google Workspace kann mit vergleichbaren Lösungen mithalten und könnte für kleine und mittelständische Betriebe eine gute Wahl sein. Wenn Sie Google Workspace 14 Tage kostenlos testen möchten, klicken Sie hier.

 

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zu unserem Google Workspace-Testbericht? Dann hinterlassen Sie uns unten gern einen Kommentar.