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Marketing-E-Mails von der KI?: Ihren Abonnenten ist das nicht egal

Robert BrandlInka Wibowo

Von Robert & Inka

ai generated emails

KI-generierte E-Mails: In unserer Branche scheinen sehr viele eine Meinung dazu zu haben!

Besonders deutlich wurde das nach diesem LinkedIn-Post von mir. Darin habe ich eine neue Funktion unserer Chrome-Erweiterung Email Detective vorgestellt. Sie erkennt automatisch, ob eine E-Mail direkt aus ChatGPT, Claude oder Gemini kopiert wurde:

Roberts LinkedIn-Beitrag zur neuen KI-Erkennung in Email Detective

Und die Reaktionen? Die gingen ziemlich weit auseinander!

Einige fanden die Funktion großartig. Andere stellten eine durchaus berechtigte Frage: Wen interessiert das eigentlich? 😅

Schließlich gehört der Einsatz von KI für viele von uns längst zum Arbeitsalltag. Wir lassen uns beim Schreiben von E-Mails helfen, passen den Ton an und arbeiten unseren Posteingang schneller ab. Wenn das Ergebnis verständlich, hilfreich und gut geschrieben ist: Spielt es dann wirklich eine Rolle, ob ChatGPT dabei geholfen hat?

Einer der Kommentare brachte es auf den Punkt (aus dem Englischen übersetzt): „Diese Tools sind cool. Aber ich verstehe immer noch nicht, warum man wissen muss, von welchem Sprachmodell der Text stammt oder ob er von einer KI geschrieben wurde. Leute, entweder wir akzeptieren, dass wir im KI-Zeitalter leben, oder wir kämpfen weiter dagegen an.“

Der Einwand ist nachvollziehbar.

Doch nachdem ich eingehender dazu recherchiert habe, lautet meine Antwort: Ja, es kann durchaus eine Rolle spielen. Sogar eine ziemlich große. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Ihre Abonnenten interessiert es vielleicht mehr, als Sie denken

Adobe hat kürzlich mehr als 1.000 Menschen in den USA zu KI im E-Mail-Marketing befragt. Eines der interessantesten Ergebnisse: 37 % vertrauen Marken stärker, wenn deren E-Mails menschlich wirken – selbst wenn die Texte dafür etwas weniger ausgefeilt sind.

Noch bedenklicher für uns im Marketing: 18 % hatten sich bereits von den E-Mails einer Marke abgemeldet, weil sie vermuteten, dass die Texte von einer KI erstellt wurden. Und 46 % gaben an, dass sie sich eher abmelden würden, wenn sie wüssten, dass eine E-Mail eindeutig von KI geschrieben wurde.

Gleichzeitig war es 37 % egal, ob eine E-Mail nach KI klang, solange sie hilfreich und relevant war. Kritisch wird es also vor allem dann, wenn eine Nachricht weniger persönlich, weniger authentisch oder schlicht weniger lesenswert wirkt.

Fürs E-Mail-Marketing ist das keine Kleinigkeit. Wir investieren viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen und Abonnent:innen langfristig zu binden. Wenn KI diesen Beziehungen schadet, macht sie einen Teil dieser Arbeit im Grunde wieder zunichte.

Eine durchdachte, persönliche Nachricht vermittelt: Hier hat sich jemand Zeit genommen und überlegt, was man sagen möchte. KI kann diesen Eindruck inzwischen erstaunlich überzeugend nachahmen.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025 zeigte, dass Menschen Nachrichten tendenziell weniger vertrauen, wenn sie herausfinden, dass KI im Einsatz war. Der Effekt fiel sogar stärker aus, wenn Dritte den KI-Einsatz aufdeckten, anstatt dass der Absender selbst darauf hinwies. (Vermutlich keine gute Nachricht für alle, deren E-Mails von Email Detective erkannt werden. Sorry dafür. 🙈😬)

Wenn sich also herausstellt, dass eine vermeintlich persönliche E-Mail in Wahrheit in nur wenigen Sekunden erstellt und an Dutzende oder sogar Hunderte Menschen verschickt wurde, verliert sie schnell an Bedeutung.

Mit KI klingt irgendwann jede E-Mail gleich

Vielleicht ist Ihnen das auch schon aufgefallen, besonders wenn Sie viel Zeit in Ihrem Posteingang verbringen: KI-Texte können dazu führen, dass wir alle immer ähnlicher klingen.

In einer aktuellen Umfrage zum KI-Einsatz am Arbeitsplatz, über die Omni Calculator berichtet, sagten 25 % der KI-Nutzer, ihre Kommunikation sei austauschbarer geworden und klinge weniger nach ihnen selbst. 57 % hatten außerdem bemerkt, dass die Persönlichkeit von Kollegen aus deren E-Mails verschwunden war, seit diese KI nutzten.

Mit KI erstellte Texte sind meist durchaus solide. Nur bleiben sie oft überhaupt nicht im Gedächtnis. Und genau das kann im E-Mail-Marketing zum Problem werden.

Animiertes GIF: Das klingt alles gleich

Unternehmen arbeiten oft jahrelang daran, eine unverwechselbare Stimme zu entwickeln. Ihre Abonnent:innen sollen das Gefühl haben, dass hinter den E-Mails ein echter Mensch steckt – oder zumindest eine Marke mit eigener Persönlichkeit.

Wenn nun alle ähnliche Prompts in dieselben wenigen KI-Tools eingeben, gehen diese Unterschiede schnell verloren. Übrig bleiben E-Mails, die handwerklich gut sind, aber von so ziemlich jedem stammen könnten.

Wenn die E-Mail nicht zum Absender passt

Wie jemand schreibt, verrät uns normalerweise etwas über die Person. Übernimmt KI einen großen Teil davon, wird es schwieriger, dies herauszulesen.

Ein interessantes Beispiel beschreibt Dr. Georg von Richthofen in einem Beitrag des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft. Vor einem Interview hatte er mit einer Person sehr herzliche, begeisterte E-Mails ausgetauscht. Im eigentlichen Gespräch wirkte sein Gegenüber dann deutlich weniger interessiert.

Später stellte sich heraus: Die Person hatte Stichpunkte in ChatGPT eingegeben und daraus freundliche E-Mails formulieren lassen. Der Ton der Nachrichten hatte also ein Bild vermittelt, das nicht so recht zur Realität passte.

Animiertes GIF über eine vorgetäuschte berufliche Persönlichkeit: Professional Catfishing

Wenn Ihre E-Mails herzlich und persönlich klingen und eine klare Haltung zeigen, aber jeder andere Kontakt mit Ihrer Marke beliebig oder unpersönlich wirkt, fällt dieses Ungleichgewicht irgendwann auf.

Sobald die Leser:innen daran zweifeln, ob die Persönlichkeit hinter den E-Mails echt ist, wird es deutlich schwieriger, die Beziehung aufzubauen, von der gutes E-Mail-Marketing ja eigentlich lebt.

Warum das fürs E-Mail-Marketing wichtig ist

Es geht hier um mehr als die Frage, ob KI gute oder schlechte Texte schreibt.

E-Mail-Marketing funktioniert, weil mit der Zeit Vertrautheit entsteht. Ihre Abonnent:innen gewöhnen sich an Ihren Ton, Ihre Ansichten und Ihre Art, Dinge zu erklären. Genau diese eigene Stimme unterscheidet Ihren Newsletter von anderen.

Wer beim Schreiben zu viel an KI abgibt, riskiert, diese eigene Note zu verlieren. Klingen Ihre E-Mails plötzlich genauso glattpoliert wie alle anderen, geht ein Stück der Persönlichkeit verloren, wegen der vermutlich viele Ihrer Leser:innen ursprünglich auf „Abonnieren“ geklickt haben.

Und wie die Adobe-Umfrage zeigt, kann schon der bloße Verdacht auf KI ausreichen, damit sie sich wieder abmelden.

Also lieber ganz auf KI im E-Mail-Marketing verzichten?

Ich weiß: Bis hierher habe ich kein besonders gutes Haar an KI-generierten E-Mails gelassen. Grundsätzlich dagegen bin ich aber nicht.

Ich nutze selbst KI und finde, dass sie im E-Mail-Marketing sehr hilfreich sein kann. Zum Beispiel, um einen Absatz zu straffen, Ideen für Betreffzeilen zu sammeln, die Grammatik zu prüfen oder einen holprigen ersten Entwurf flüssiger zu gestalten.

Forschungsergebnisse legen sogar nahe, dass KI-gestützte Kommunikation gut funktionieren kann – besonders, wenn eine E-Mail vor allem einen praktischen Zweck erfüllt. Bei einer Transaktions-E-Mail, etwa zum Zurücksetzen meines Passworts oder zur Bestätigung eines Termins, ist mir vermutlich ziemlich egal, ob KI beim Schreiben geholfen hat. Hier zählen Verständlichkeit und Schnelligkeit mehr als Persönlichkeit.

Bei einem Newsletter sieht das anders aus. Ebenso bei einer persönlichen Vertriebs-E-Mail. Wenn KI hier komplett die Federführung übernimmt (anstatt lediglich als Assistent zu fungieren), geht womöglich genau das verloren, was Ihre E-Mails lesenswert macht: Ihre Meinung, Ihre Erfahrung, Ihr Humor und die kleinen Eigenheiten, an denen man Sie wiedererkennt.

Meine Faustregel lautet deshalb: Lassen Sie KI dabei helfen, Ihre Gedanken besser auszudrücken. Welche Gedanken Sie aber teilen möchten, entscheiden Sie selbst.

Das gilt besonders für Newsletter mit einer persönlichen Stimme. Je stärker Ihre Abonnent:innen die E-Mails mit einer bestimmten Person verbinden, desto mehr fällt es auf, wenn deren Persönlichkeit plötzlich fehlt.

> Sie möchten sehen, welche E-Mails vermutlich von KI erstellt wurden – und welche Technologie die Absender nutzen? Probieren Sie unsere kostenlose Chrome-Erweiterung Email Detective aus. 👇

Email Detective

Wie sehen Sie das: Wie viel KI darf in Marketing-E-Mails stecken? Schreiben Sie mir Ihre Meinung gerne in die Kommentare!

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Robert Brandl

Gründer und CEO

Hallo! Ich bin Robert Brandl, ein E-Mail-Marketing-Experte mit über 15 Jahren Branchenerfahrung. Nachdem ich meine Laufbahn in einer Online-Marketing-Agentur begann, gründete ich EmailTooltester als Herzensprojekt, um kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, das Potenzial des E-Mail-Marketings voll zu erschließen. Buchen Sie auch gerne ein Beratungsgespräch mit mir.

Inka Wibowo

Senior Content Manager

Hallo, ich bin Inka! Den ersten Teil meiner Karriere habe ich auf der Agenturseite verbracht und Unternehmen aller Größen dabei geholfen, E-Mail-Marketing-Kampagnen zum Laufen zu bringen. Jetzt, bei Tooltester, nutze ich diese Erfahrung, um Firmen wie der Ihren zu helfen, ein passendes E-Mail Marketing Tool zu finden. Auch wenn ich bereits etliche Tools verwendet habe, bin ich mit Mailchimp und Kit am besten vertraut.

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Dieser Artikel wurde von unserem Expert:innenteam geschrieben und folgt unserem eigens entwickelten Testverfahren.

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